Chronik des Gaus an Elbe, Mulde und SaaleSerimuntKöthen, Anhalt

Eike von Repgow

Der Verfasser des Sachsenspiegels stammt aus dem Gau Serimunt

Die Heimat

Eike von Repgow, der Verfasser des Sachsenspiegels, stammt aus dem anhaltischen Dorf Reppichau zwischen Köthen und Aken. Das Dorf liegt im alten Gau Serimunt, zwischen Mulde, Elbe und Saale. Eike gehörte dem niederen Adel an, sein Geschlecht hatte in Reppichau sein Stammgut. Urkundlich ist er von 1209 bis 1233 erwähnt.

Evangelisches Staatslexikon 1966; Verfasserlexikon 1933; Schröder, Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte; Herders Konversations-Lexikon 1902.

Das Geschlecht in den Urkunden

Am 28. Dezember 1156 erwirbt Albrecht der Bär „in placito meo Wurbizke“, in seinem Gericht zu Wörbzig bei Köthen, fünf Hufen und einen Wald am östlichen Saaleufer für das Kloster Ilsenburg. Unter den Zeugen stehen „Eyco et Arnolt de Rypechove“. Nach der Sitte des Adels, den Enkel nach dem Großvater zu nennen, dürfte dieser Eyco der Großvater des Spieglers gewesen sein. 1159 erscheinen ein Marquard von Reppichau, Eiko und Arnold, 1218 „Heiko de Ripchowe“. 1209 begegnet Eike auf der Dingstätte zu Mettine im Gau Serimunt.

Zeitschrift der Savigny-Stiftung 1884, S. 497 (Cod. dipl. Anhaltinus I, Nr. 425); Historische Zeitschrift 117, 1917, S. 576; Handbuch der historischen Stätten, Provinz Sachsen Anhalt, 1987. Ich habe die Stellen nur als Auszüge gelesen.

Die Dingstätten des Gaus

Im Gau Serimunt gab es zwei Dingstätten: Wörbzig bei Köthen und Mettine. Wörbzig war die Hauptmalstätte der Grafschaft, die später die Grafen von Anhalt verwalteten, 1333 heißt sie „comicia in Worbez“. Am 29. Juli 1253 fand dort eine Verhandlung vor Graf Heinrich II. statt. Zallinger (1887) widmet der Grafschaft Wörbzig ein eigenes Kapitel über die „Schöffenbaren“, die freien Schöffen. Nach Winter haben Eike und seine Familie in dem Gau Serimunt, dem sie durch die Heimat ihres Geschlechts angehörten, Schöffenrechte ausgeübt.

Zeitschrift der Savigny-Stiftung 1884, S. 497; Zallinger 1887; Geschichtsblätter Magdeburg 1875, S. 4 (nach Winter).

Die Sprache

Im Gau hielt sich die wendische Gerichtssprache. Hauck schreibt 1896, sie „behauptete sich in Serimunt, dem am weitesten nach Westen vorgreifenden“ Gebiet. Die Aufhebung der wendischen Gerichtssprache im Gau Serimunt, etwa im Land Anhalt-Köthen, wird für 1293 genannt. Das niederdeutsche „Wetebok“ des benachbarten Calbe nennen die Abhandlungen von 1896 als Zeugen für die Sprache von Reppichau.

Hauck, Kirchengeschichte Deutschlands, 1896; Hansische Geschichtsblätter 1908; Abhandlungen der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen 1896 (Textausschnitte).

Der Name Reppichau

Hey führt für Reppichau die Formen Rypechove 1156, Ripechove 1159, Ribichouwe 1205, Repechowe 1215 und 1219 und Repchowe 1233 an. Er deutet es als „Dorf des Röpech“ zu einem Personennamen, der sich von der Klette herleitet. Das ist eine slawische Deutung des Ortsnamens von 1905.

Hey, Die Siedelungen in Anhalt, 1905.

Zum Sachsenspiegel selbst, seiner Entstehung und Überlieferung habe ich nichts ausgewertet. Die Seite beschränkt sich auf das, was die Quellen über Eikes Herkunft aus dem Gau Serimunt sagen.