Chronik des Gaus an Elbe, Mulde und SaaleSerimuntKöthen, Anhalt

Urkunden

Was die Quellen zu Serimunt nennen, in der Reihenfolge der Jahre

Jede Zeile nennt den Beleg. Weichen die Jahreszahlen der Quellen voneinander ab, stehen beide da. Die Urkundenzählung D O I und D O II stammt von Heßler, „Cod. Anh.“ ist der Codex diplomaticus Anhaltinus Heinemanns, den ich nur über die Zitate der anderen kannte. Für die Urkunden von 945 bis 986 habe ich inzwischen den Druck bei Heinemann selbst gelesen, wo das so ist, steht er beim Beleg.

  1. 937

    Otto I. schenkt dem Moritzkloster in Magdeburg 15 Familien von Sklaven „in comitatu Crhistani in Grimhereslebu“. Der Gau ist nicht genannt, es könnte auch eines der beiden Germersleben im Nordthüringgau sein. Wegen der Namensform und der slawischen Bevölkerung hält der Verfasser Grimschleben für wahrscheinlicher. Klauß trägt 937 bei Grimschleben ein.

    Geschichtsblätter Magdeburg 1875, S. 4; Klauß, Skizze 9.

  2. 945

    Am 1. Mai schenkt König Otto I. in Allstedt auf Fürsprache seines Sohnes Liutulf dem Markgrafen Christian „in pago Seromunti in comitatu eiusdem Cristiani“, in seiner Grafschaft, alles, was er in Steno und Qiuna besitzt. Stene lag südlich von Dessau an der Mulde und ist untergegangen, die Stenische Straße und das Stenische Tor erinnern daran, Qiuna ist Kühnau. Das ist die erste Erwähnung des Gaus. Die Urkunde ist nicht im Original erhalten, sondern im Nienburger Kopialbuch, dessen Überschrift Christian den „Vater Thietmars, des Gründers der Kirche von Nienburg“ nennt.

    Heinemann, Codex diplomaticus Anhaltinus I, 1873, S. 10 f. (Nr. 12); Schöttgen/Kreysig 1731, S. 416; Geschichtsblätter 1875, S. 4.

  3. 945

    Am 4. Mai schenkt Otto I. in Allstedt dem Markgrafen Gero die Mark des Dorfes Tribunice „trans Salam“, jenseits der Saale, „in comitatu Thietmari inter paganos“ im Gau, den die Slawen „Zitice“ nennen. Heinemann liest Tribunice als Trebnitz, die Geschichtsblätter als Trabitz oder ein eingegangenes Trebnik. Bereits hier hat Thietmar eine Grafschaft in Zitice, anders als Christian in Serimunt.

    Heinemann 1873, S. 11 (Nr. 13); Geschichtsblätter 1875, S. 4.

  4. 945

    Am 11. Juni schenkt Otto I. in Magdeburg auf Bitten seiner Frau Edgith und Liutulfs den Söhnen seines Vasallen Friedrich, Folcmar und Richbert, vier Dörfer „inter Sclavos prope fluvium Fona vocatum in pago Serimuntilante nuncupato in comitatu Cristiani comitis“: Wieskau, Plötz, Zeundorf und Bochitz. Das Original liegt im Stadtarchiv Goslar. Es ist die älteste im Original erhaltene Nennung des Gaus und nach Schetter D O I 69, die Form „Serimuntilante“ nennt auch Heßler als früheste Überlieferung. Plötz liegt am Südrand des Fuhnesumpfs.

    Heinemann 1873, S. 11 (Nr. 14); Schetter 1935; Heßler 1957, S. 32; Geschichtsblätter 1875, S. 4.

  5. 951

    Am 28. Juli bestätigt König Otto I. in Wallhausen die Schenkung seines Sohnes Liudolf an Markgraf Gero. Im Wortlaut: Otto hat seinem Sohn Liudolf „omnem regionem Serimunt nuncupatam“ zu Eigen gegeben, der gibt auf Fürsprache Herzog Konrads und des Markgrafen Gero diesem drei Marken des Landes: Wuissepici, Vuitouulici mit den Dörfern Vuitouulici, Trebucouuici, Neozodici und Drogobulesthorp sowie Sublici mit drei Dörfern und Becimunthorp, Procinesthorp, Obithesdal und Lizstidesthorp. Sie liegen „in pago Serimunt in comitatu Thetmari comitis“, in der Grafschaft des Grafen Thietmar. Es ist D O I 134, eine Nachzeichnung des Originals aus Zerbst. Die Zeitangaben der Urkunde sind verwirrt: Die Jahreszahl lautet 952, die Indiktion passt zu 950, das Regierungsjahr zu 951. Heinemann setzt sie „951 (952)“, die Monumenta Germaniae Historica 951. Beckmann und Schöttgen/Kreysig nennen 952, Klauß und die Geschichtsblätter 951. Sicher kenntlich sind nur Wispitz und Wedlitz.

    Monumenta Germaniae Historica, Diplomata Otto I., 1884, S. 214 (D O I 134); Heinemann, Codex diplomaticus Anhaltinus I, 1873, S. 18 (Nr. 24); Schöttgen/Kreysig 1731, S. 416; Geschichtsblätter 1875, S. 4; Heßler 1957, S. 32; Klauß, Skizze 9.

  6. 964

    Markgraf Gero gibt dem von ihm gestifteten Kloster Gernrode „das ganze Land Sermunt“.

    Schöttgen/Kreysig 1731, S. 416.

  7. 965

    Otto I. schenkt dem Magdeburger Stift einen Hof Rosburg über der Saale im Gau Sirimunti. Im selben Jahr gibt er Graf Thietmar das Gut in Drogobuli (Dröbel) zwischen Saale und Fuhne. Klauß trägt bei Dröbel 951 ein.

    Schöttgen/Kreysig 1731, S. 416 f.; Geschichtsblätter 1875, S. 4; Klauß, Skizze 9.

  8. 973

    Otto II. gibt Graf Thiemo, dem Stifter des Klosters Nienburg, Land im Gau Coledici. Am 2. Juni, ausgestellt in Dornburg, schenkt er ihm so viel Land „in regione Koledizi et in ipsius comitatu“, wie sich vom Sumpf Vona (der Fuhne) nach Westen bis zu den Marken Koteuui, Biteni und Ezeri (Kattau, Piethen, Edderitz) erstreckt, von da nach Norden gegen die Mark Serimode und über den Hügel Bulzina (Pilsenhöhe) hinaus bis zum Hain Churozt gegen die Mark Gorizka (Görzig). Serimunt liegt nach Schöttgen und Kreysig nördlich davon. Einige Wochen früher, wohl am 17. Mai in Allstedt, bestätigt Otto II. dem Erzstift Magdeburg die Höfe Kalbe im Nordthüringau und Rosburg „in pago Sirimunti, in comitatu Huodonis marchionis“, also in der Grafschaft des Markgrafen Hodo. Die Schenkung hatte schon sein Vater gemacht. Das Tagesdatum der Rosenburg-Urkunde ist bei Heinemann erschlossen: Die Urkunde nennt den 16. Juni, Otto war an dem Tag aber in Fritzlar, deshalb liest Heinemann mit Leibniz den 17. Mai.

    Heinemann, Cod. dipl. Anh. I, 1867, Nr. 50 (Rosenburg) und Nr. 51, S. 40 (Coledici, „Data quarto Nonas Iunii“, Original im Gesamtarchiv Dessau); Größler 1905, S. 24; Schöttgen/Kreysig 1731, S. 418; Geschichtsblätter 1875, S. 4. Meine frühere Seite nannte den 2. Juli, das war ein Fehler.

  9. 974

    Graf Hodo ist Graf in Klein Rosenberg an der Saalemündung, im Norden von Serimunt. Biendorf wird 974 genannt „in pago Serimode“ in der Grafschaft Thiemos, Biendorf an der Ziethe westlich von Köthen. Schöttgen und Kreysig geben 975 an. 978 steht Biendorf noch einmal „in pago Zirmute“ in der Grafschaft Thietmars.

    Heßler 1957, S. 33 (D O II 82); Geschichtsblätter 1875, S. 4; Schöttgen/Kreysig 1731, S. 416; Klauß, Skizze 9.

  10. 975

    Das Kloster Nienburg wird am Westrand von Serimunt gegründet. Nach Heinemann stifteten die Söhne Christians das Kloster schon 970 in Tancmaresfelde im Harz und verlegten es dann nach Nienburg.

    Assing (val-anhalt.de); Wikipedia; Heinemann 1864, S. 9.

  11. 978/979

    Kloster Nienburg erhält das Schloss Budizko (später Grimmersleben, Grimschleben) mit Dörfern, darunter Weddegast und Roschwitz, in der Grafschaft Geros des Jüngeren im Gau Sirmuti. Heßler nennt für 978 dreißig Königshufen in Grimmerslovo, Prüdau und Pobzig. Für 978 oder 979 steht die Mark Zuchau „in pago Zitici“ in der Grafschaft Hodos. Die Geschichtsblätter nennen für 980 dasselbe Castell mit siebzehn Dörfern, fast alle unbekannt, dazu die Wüstung Ankendorf bei Grimschleben.

    Schöttgen/Kreysig 1731, S. 417 (979, nach Knauth 978); Heßler 1957, S. 32 f. (D O II 174, 185, 193); Geschichtsblätter 1875, S. 4.

  12. 981

    Die Mark Gunnete, wahrscheinlich Gnetsch bei Weißandt, wird „im Coledizi“ in der Grafschaft Geros genannt. Gnetsch steht auf Klauß’ Skizze 9 als Wallburg Nr. 7.

    Geschichtsblätter 1875, S. 4; Klauß, Skizze 9.

  13. 986

    Otto III. schenkt dem von Graf Walo gestifteten Nonnenkloster Walsrode das Dorf Zitowe im Gau Zirimudis, in der Grafschaft Geros. Zitowe ist Wohlsdorf an der Ziethe, westlich von Köthen. Schöttgen und Kreysig schreiben von einem Kloster Rode und einem Dorf Zostouwe, damals Walstorp genannt.

    Geschichtsblätter 1875, S. 4; Schöttgen/Kreysig 1731, S. 417; Klauß, Skizze 9 (986).

  14. 992

    Die Schenkung des Hofes Rosburg über der Saale wird unter Otto III. bestätigt, in der Grafschaft des Grafen Hodo.

    Schöttgen/Kreysig 1731, S. 417; Geschichtsblätter 1875, S. 4.

  15. 993

    Hodo stirbt. Danach ist nach Heinemann der ganze Gau wieder unter dem jüngeren Gero vereint.

    Heinemann 1864, S. 9.

  16. 995

    Otto III. schenkt seinem Getreuen Dajo das Castell Vulva (Wulfen, nordwestlich von Köthen) mit dem Dorf Bodendorf, in der Grafschaft des Markgrafen Gero. Bodendorf ist eine Wüstung bei Wulfen. Klauß trägt 995 bei Wulfen ein.

    Geschichtsblätter 1875, S. 4; Klauß, Skizze 9.

  17. 1034

    Nach dem Tod Odos, des letzten dieser Linie, tritt Esiko von Ballenstedt als Graf auf. Heinemann führt die askanischen Rechte in Serimunt auf eine Erbfolge nach diesem Zeitpunkt zurück, Assing hält den Beleg dafür nicht für erbracht.

    Heinemann 1864, S. 9; Assing (val-anhalt.de). Die Jahreszahl 1034 nennt Assing in seiner Wiedergabe.

  18. 1212

    Serimunt und der Schwabengau bilden das Fürstentum Anhalt. Heinrich I. ist der erste Fürst, der den Namen von Anhalt trägt.

    Meine frühere Seite (Stand 2022).

  19. 1215

    Heinrich wird in einer Urkunde vom 21. Februar „Fürst“ genannt.

    Klauß, Köthener Wandertage (Fraktur-Seite, Fußnote nach Wäschke). Das Jahr weicht von 1212 ab.