Die erste Nennung
Edderitz taucht in einer Urkunde vom 2. Juni 973 erstmals in der Geschichtsschreibung auf. Gemeinsam mit den Dörfern Kattau, Piethen und Görzig sowie dem Hügel Pilsenhöhe und der Mark Serimode wird es als „Ezeri“ genannt. Nach meiner früheren Seite ist die Mark Serimode hier nicht der Gau Serimunt, sondern eine Gemarkung oder ein Ort. Blume (1887) sieht in ihr die Feldmark eines Ortes Serimode in der Gegend von Köthen.
In der Allgemeinen Encyklopädie der Wissenschaften und Künste von Ersch und Gruber (1835) ist die Schenkung so wiedergegeben: Zur Belohnung des treuen Dienstes, den Graf Thiemo (Thietmar I.) Kaiser Otto I. oft geleistet hatte, gab Otto II. ihm am 2. Juni 973 (bei Ersch und Gruber steht der 2. Juli, die Urkunde selbst datiert auf den 2. Juni) von seinem Eigen im Land und Gau Koledize (Coledici) und in dessen Grafschaft, was sich vom Sumpf Vona (Fuhne) nach Westen entlang bis zu den Marken Kotenni (Kattau), Biteni (Piethen) und Ezeri (Edderitz) erstreckt, von da nach Norden gegen die Mark Serimode über den Hügel Bulzina (Pilsenhöhe) hinaus, vom Hügel bis an den Hain Churoz (ein Wald bei Reinsdorf) gegen die Mark Gorzika (Görzig) und von da bis an den Sumpf, was alles innerhalb dieses Umkreises umschlossen wird.
Ersch/Gruber 1835 nach meiner früheren Seite; Heinemann, Cod. dipl. Anh. I, 1867, Nr. 51, S. 40 (ausgestellt in Dornburg, Original im Gesamtarchiv Dessau); Schöttgen/Kreysig 1731, S. 418; Geschichtsblätter Magdeburg 1875, S. 4; Blume 1887, S. 165.
Im Gau Coledici
Die Urkunde ordnet das Land ausdrücklich dem Gau Coledici zu, an den Serimunt im Norden anschließt. Heßler zeichnet Edderitz und seine Nachbarn deshalb in Coledici, Klauß zählt sie auf seiner Skizze 9 zu Serimunt. Siehe Der Gau und Orte.
Der Name
Spätere Formen sind Ezericko, Ezerisco, Iserizke, Izerzke und Ezerizk, seit 1563 Edderitz, beschrieben im Ortsnamenbuch des Mittelelbegebietes von Inge Bily. Der Name lässt sich aus dem Sorbischen mit „See“ oder „Modder“ übersetzen. Gustav Hey (1905) deutet ihn als „jezerisko“, „großer Teich, Ort am großen Teich“.
Bily nach meiner früheren Seite; Hey, Die Siedelungen in Anhalt, 1905.
Zur Entstehung von Edderitz, auch zu den Zeiten vor 973, als sich Slawen und Wenden in dieser Gegend ansiedelten, gibt es einen ausführlichen Text auf der Webseite der Gemeinde. Den habe ich hier nicht übernommen.